CE 2026: Stumpenschlag für Saint-Raphaël, Évry glänzt in der B-Klasse!
Die Rückkehr der europäischen Softball-Pokalwettbewerbe war ein voller Erfolg. Die Premier Cup vereinte die Meisterinnen der führenden Softball-Nationen wie Italien, die Niederlande, Tschechien oder Deutschland, während die B-Klasse die Zweitplatzierten freiwilliger Verbände sowie die Meisterinnen aufstrebender Softball-Länder von Ungarn bis Israel an den Start brachte. Das europäische Reglement erlaubt zudem den Einsatz von bis zu drei Spielerinnen aus Nicht-EU-Ländern pro Team – eine Regelung, die das Niveau spürbar anhebt, aber auch für Diskussionen sorgt: Sie soll den Wettbewerb fairer gestalten, kann jedoch bei lokalen Teams für Frustration sorgen, die ihre Saison mit harter Arbeit bestritten haben.
Die Trainerinnen Aurélie und Sophat von Évry-Courcouronnes betonen im Gespräch mit BTVF, dass die Verstärkungen gezielt eingesetzt werden, um das Team zu stärken – nicht zu ersetzen. In einem Umfeld, in dem semi-professionelle Clubs auf komplett Amateur-Teams treffen, werden die internationalen Spielerinnen zum Ausgleich, verhindern Mercy-Rules und sorgen für spannendere Duelle. Doch der Einsatz ausländischer Athletinnen bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich: Sie bereichern die Teams um wertvolle Erfahrungen – sei es in Sachen Spielintelligenz, mentales Training oder Teamdynamik. Für die Gastspielerinnen, oft aus den zweiten oder dritten Teams ihrer Heimatclubs, bietet sich zudem die seltene Chance, in einem internationalen Wettbewerb zu glänzen und sich zu profilieren. Bei Évry-Courcouronnes erhalten etwa junge Talente wie 19-Jährige die Möglichkeit, sich auf höchstem Niveau zu beweisen.

**Die Comanches Saint-Raphaël: Ein Granitblock mit Rissen**
Die Premier Cup ist kein gewöhnlicher Wettbewerb – sie ist eine steile Felswand, an der selbst die besten Teams Europas scheitern können. Italien, die Niederlande, Tschechien oder Deutschland: Diese Nationen prägen den europäischen Softball seit Jahrzehnten. Und genau hier trafen die Comanches Saint-Raphaël auf ihre härtesten Gegner.
Der erste Auftritt gegen die Italienerinnen von Forlì endete mit einer herben Niederlage: 7-1. Schon in der ersten Inning schlug Erika Piancastelli einen mächtigen Home Run, doch Saint-Raphaël konterte mit einer starken Offensive – Pauline Prade, Inès Haudiquer und Melissa Mayeux bauten eine saubere Inning auf und glichen aus. Doch die Verletzung von Lisa Viera warf das Team aus dem Gleichgewicht. Die Italienerinnen nutzten die Schwäche von Enora Simon aus, Fehler häuften sich, und in der sechsten Inning brach alles zusammen: Vier Punkte, darunter ein Double von Lacatena, ein Hit-by-Pitch und zwei Errors. Ein Debakel.
Der zweite Gegner, Olympia Haarlem aus den Niederlanden, war noch gnadenloser: 9-0 nach Mercy Rule. Die Holländerinnen dominierten von der ersten Minute an, nutzten jede Schwäche der französischen Defensive und erstickten die Offensive der Comanches im Keim. Louise Le Chénadec zeigte in der Bullpen eine starke Leistung, doch der Rückstand war bereits unüberwindbar. Zwei Niederlagen in zwei Spielen – die Premier Cup verzeiht nichts.
Gegen die Metrostars Wien sollte der Aufschwung kommen. Doch stattdessen folgte die nächste Ernüchterung: 8-1 nach Mercy Rule. Enora Simon kassierte in der ersten Inning fünf Punkte, darunter ein Triple und zwei Walks. Trotz taktischer Wechsel in der Defensive blieb das Team ohne Antwort. Louise Le Chénadec stabilisierte die Partie, doch die Offensive blieb stumm. Eine Niederlage, die besonders schmerzte, weil sie keinerlei positiven Ansatz bot.
Das vierte Spiel gegen die Capitals Bonn hätte alles ändern können. Saint-Raphaël führte 4-0, spielte endlich ihr Softball und schien auf dem richtigen Weg. Chiara Enrione-Thorrand schlug entscheidend, Léna Sellam provozierte einen Error, Mayeux produzierte zwei RBI, Munier und Prade folgten – die Defensive hielt stand. Louise Le Chénadec warf fünf starke Innings mit nur zwei Earned Runs, vier Strikeouts und kontrollierte das Spiel. Doch dann kam die sechste Inning: Ein Double von Kalua’u, ein weiteres von Gressly, ein Single von Elstermeier, ein Error am Shortstop, ein Wild Pitch – und plötzlich lagen die Comanches mit 4-5 hinten. Eine herbe Niederlage, die den Frust über das Turnier auf den Punkt brachte: Ein einziger Fehler, und alles bricht zusammen.
Doch gegen Zagreb fanden die Comanches endlich zu ihrer Stärke zurück. Louise Le Chénadec warf ein完美es Spiel: sieben Innings, drei Hits, null Punkte, sieben Strikeouts – keine Schwäche. Die Offensive traf punktgenau: Mayeux mit einem Triple, Brunel mit einem RBI, Sellam mit einem weiteren RBI und Prade als Druckmittel. Ein souveräner 3-0-Sieg, der Hoffnung machte.
Den Abschluss der Premier Cup gestalteten die Comanches mit einem klaren 5-2 gegen Merchtem. Enora Simon übernahm das Pitching und lieferte eine完美e Leistung ab: sieben Innings, drei Hits, zwei Punkte (davon nur einer earned), fünf Walks und sechs Strikeouts. Sie hielt das Spiel von Anfang bis Ende unter Kontrolle und gab ihrem Team eine stabile Basis. Die Offensive agierte in den entscheidenden Momenten: Chiara Enrione-Thorrand eröffnete mit einem RBI-Single, Mayeux traf entscheidend mit zwei RBI, Sellam steuerte einen RBI bei, und Inès Haudiquer glänzte mit drei Hits und konstanter Präsenz auf den Bases. Pauline Prade war ebenfalls aktiv, erreichte dreimal die Bases und erzielte zwei Runs. Defensiv blieb Saint-Raphaël solide und limitierte Merchtem auf wenige Chancen. Ein Sieg, der die Comanches mit einem positiven Gefühl aus dem Turnier gehen ließ – und zeigte, dass das Team trotz aller Rückschläge kämpferisch zurückkehrte.

**Die Pharaoninnen Évry-Courcouronnes: Eine Methode mit System**
Während die Premier Cup einer steilen Felswand gleicht, war die B-Klasse für die Pharaoninnen Évry-Courcouronnes ein gepflegter Rasenplatz – ein Umfeld, in dem sie sich souverän bewegten.
Der erste Gegner, die Rascals Jánossomorja, wurden mit einer klaren Demonstration bezwungen: 9-1 nach Mercy Rule. Eidy Tortolero kehrte mit einer starken Leistung zurück – fünf Innings, drei Hits, ein Punkt, vier Strikeouts. Die Offensive explodierte in der vierten Inning mit acht Punkten, aufgebaut durch Variationen und Aggressivität: Toet mit einem RBI-Double, Lecourt-Millet mit einem RBI-Double, Brouard mit einem Single und einem Double, Liminier traf entscheidend, und Papoin provozierte Errors. Ein perfekter Einstand.
Gegen die Tigers Tampere folgte die nächste Meisterleistung: 6-2. Die Finninnen starteten mit einem Home Run, doch die Pharaoninnen blieben cool. Telleman warf vier starke Innings, Liminier beendete das Spiel mit fünf Strikeouts. Die Offensive traf in den entscheidenden Momenten: Rosalie Coste mit einem RBI-Triple, Brouard mit einem RBI, Papoin setzte die Gegnerinnen unter Druck. Ein sauberer, intelligenter Sieg.
Das dritte Spiel gegen Medvednica war das engste: 3-2. Tortolero warf sechs solide Innings, Toet schloss das Spiel souverän ab. Die Offensive traf punktgenau: Figueroa mit einem RBI-Double, Lecourt-Millet mit einem RBI-Single, Brouard mit einem starken Double. Ein Sieg, der die Reife des Teams unterstrich.
Der einzige Rückschlag folgte gegen die Diamonds Warschau: 5-0. Toet verlor die Kontrolle, die Defensive beging zwei Errors, und Warschau traf in den richtigen Zonen. Eine bittere Niederlage, die jedoch als Lehrstück diente – die B-Klasse ist kein Spaziergang.
Doch die Pharaoninnen reagierten sofort. Gegen die israelische Auswahl Thunderbirds folgte eine完美e Antwort: 13-0 nach Mercy Rule. Dreizehn Punkte in vier Innings, null Punkte kassiert, eine perfekte Rotation mit Tortolero, Telleman und Figueroa. Die Offensive war unaufhaltsam: Lepinay mit zwei RBI, Brouard mit drei, Pauthe mit zwei, Liminier mit einem RBI-Double, Toet mit einem Double, Figueroa mit einem RBI-Single. Eine klare Botschaft an den Rest des Feldes.
Im Finale gegen Warschau setzten die Pharaoninnen ihre Dominanz fort – dank einer Ausnahmeleistung von Violeta Figueroa im Pitching. Sechs完美e Innings, vier Hits, ein Punkt, vierzehn Strikeouts. Warschau hatte keine Chance, dem Tempo zu folgen. Die Offensive startete sofort durch: Rosalie Coste erreichte die Bases, Violeta Figueroa schlug einen mächtigen Home Run ins linke Feld – drei Punkte, die sofort die Führung brachten. Nikki Groenemans fügte ein RBI-Triple hinzu, Coste produzierte einen weiteren Punkt, und die Pharaoninnen bauten den Vorsprung durch konstanten Druck aus. Esmee Toet glänzte mit einem RBI-Double und drei RBI insgesamt, Coste steuerte zwei RBI bei, und Groenemans’ Triple veränderte das Tempo des Spiels. Figueroa krönte ihre完美e Leistung mit einem weiteren Home Run.

**Die Lehren aus dem Turnier**
Wie im Vorjahr scheiterten die Teams in der Premier Cup an der europäischen Elite, während die französische Mannschaft in der B-Klasse triumphierte.
Für die Comanches Saint-Raphaël gab es mehrere Gründe für das enttäuschende Abschneiden:
Erstens fehlte die Tiefe im Bullpen. Die Verletzung von Prapeng De Ridder kurz vor dem Turnier raubte dem Team seine dominierende Pitcherin, und Enora Simon fand nicht zu ihrer gewohnten Form (gegnerischer Batting Average von .463, acht Walks in der Vorrunde). Louise Le Chénadec zeigte zwar starke Leistungen (ERA von 2.00, zwei完美e Spiele), doch sie konnte ein Turnier dieser Klasse nicht allein tragen.
Zweitens litt die Defensive unter Instabilität – eine direkte Folge der Verletzungen und fehlender Routine. Pauline Prade sprang zwischen Shortstop, dritter Base und zweiter Base, Lisa Viera verletzte sich bereits im ersten Spiel und verpasste drei Partien, Inès Haudiquer wechselte zwischen Outfield und First Base. Diese Unsicherheiten führten zu unüblichen Fehlern.
Drittens reichte die Offensive nicht aus, um mit den europäischen Top-Teams mitzuhalten. Die Führungsspielerinnen lagen zwar über einem Batting Average von .300, doch keine einzige Spielerin erreichte einen OPS von über 1.000. Melissa Mayeux, beste Schlagfrau des Teams, belegte nur Platz 32 in der OPS-Wertung des Turniers. Hinter den Leaderinnen war die Produktion zu unregelmäßig: Nur sieben Walks bei 34 Strikeouts – auf diesem Niveau ein unkalkulierbares Risiko.
Trotz allem zeigte das Team Resilienz. Die letzten beiden Spiele gegen Kroatien und Belgien belegten, dass die Comanches kämpfen können: Louise und Enora lieferten完美e Leistungen, das Team fand zurück zu Stabilität und beendete das Turnier mit einem positiven Gefühl. Doch die Premier Cup verlangt ein完美es, homogenes Team – und Saint-Raphaël hatte nicht alle Puzzleteile zusammen.

Auf Seiten der Pharaoninnen Évry-Courcouronnes sah die Bilanz deutlich besser aus:
Erstens glänzte der Bullpen dank der Rückkehr von Tortolero und Liminier sowie der Verstärkung durch drei internationale Pitcherinnen. Die Statistiken sprechen für sich: 60 % der Innings wurden von ausländischen Pitcherinnen bestritten, 40 % der Strikeouts gingen auf ihr Konto, der gegnerische Batting Average lag bei .172, und der kollektive ERA betrug 2.04. Besonders Figueroa überzeugte mit einer完美en Leistung: 63 % Strikeout-Rate in elf Innings.
Zweitens glänzte die Offensive durch ihre Kollektivität. Jede Spielerin traf mindestens einmal. Fünf Spielerinnen erreichten einen OPS von über .700, angeführt von Brouard und Lecourt-Millet. Die internationalen Verstärkungen brachten zusätzliche Power: Ein durchschnittlicher OPS von .929, ein Home Run, zwei Triples, fünf Doubles in 45 At-Bats.
Drittens war die Defensive eine der solidesten des Turniers: Nur zwei Errors in sechs Spielen – eine Seltenheit auf diesem Niveau.
Was weniger gut lief? Die Abwesenheit von Lila d’Hauteville und Jade Aubart-Cojan reduzierte die offensive Tiefe des französischen Kaders, doch die Verstärkungen kompensierten dies mehr als ausreichend. Der einzige schwächere Moment abseits der Niederlage gegen Warschau war das knappe 3-2 gegen Kroatien – doch selbst hier zeigte das Team, dass es auch in engen Spielen gewinnen kann.
Die Pharaoninnen dominierten die B-Klasse dank eines homogenen Kollektivs, eines tiefen Bullpens, einer variablen Offensive und einer makellosen Defensive. Sie bestätigten damit den Aufstieg des französischen Softballs an die Spitze der europäischen B-Klasse.

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