Spannende und packende Halbfinale 2026
Mit drei französischen Meistertiteln und einem ungeschlagenen Team versprechen die Halbfinale 2026 für viele Gründe Spannung – und könnten mit ihrem knappen **«2 von 3»-Format**, das keine Gnade kennt, für Überraschungen sorgen. Rouen wäre im vergangenen Jahr in genau so einer Situation von Toulouse ausgeschaltet worden. Bedauerlich ist nur, dass die Sommerhitze und die abgesagte Frankreich-Südafrika-Serie zu dieser ungewöhnlichen Terminplanung zwangen, die die Dynamik ein wenig verändert. Doch so ist es nun, und es wird ein wunderschönes Baseball-Wochenende – hoffentlich mit Übertragungen, anders als bei den letzten drei Spielen der Hauptrunde. So geht es im französischen Baseball zu…

La Rochelle hat bereits zwei Halbfinale-Erfahrungen: 0-3 gegen Savigny 2022, nachdem sie tapfer gekämpft hatten (2-3, 6-8, 5-6), und 0-3 gegen Montpellier im letzten Jahr, mit weniger Spannung (5-7, 1-3, 3-13). Da es gegen die Löwen und die Barracudas nicht klappte, dachten sich die Boucaniers: *Wir probieren es anders.* Doch Pech gehabt – die Huskies aus Rouen waren in Topform und gewinnen seit über 20 Jahren fast immer die entscheidenden Spiele in den Playoffs (außer 2002, 2004 und 2014), egal ob es den Fans gefällt oder nicht. Ist damit alles entschieden? Nicht unbedingt, denn die Duelle zwischen Rouen und La Rochelle in dieser Saison waren alles andere als langweilig. Man erinnert sich an Penas grand slam gegen Taido, an ein spektakuläres Double Play der Rouennais im 9. inning, das ein knappes 1:0 sicherte, an Vissacs Walk-off gegen Nieves (Finale des Challenge) oder an das entscheidende 8. inning des Rückspiels, in dem der sonst unschlagbare Paredes schließlich schwach wurde. Nur das 17-4 brachte etwas Abwechslung. Und genau dieser Score ist aufschlussreich: Die Rouennais bauten ihn vor allem gegen Romain Krzykawiak auf, der diese Saison gegen die französischen Meister nicht gerade leicht hatte. Mit einem ERA von 17,46, 8 Walks und nur 2 Strikeouts in 11 innings sowie einem Batting Average von .423 gegen ihn. Doch im Halbfinale-Wochenende müssen sie 10 innings JFL bestreiten (laut Artikel 17 der Turnierregeln), und mit dem Duo Mercadier-Prioul haben die Rouennais einen echten Vorteil.
Natürlich tragen die Huskies das Image der Favoriten – wegen ihrer Vergangenheit und ihrer starken Endphase. Doch La Rochelle hat in den letzten Jahren den Rouennais immer wieder das Leben schwer gemacht. De La Rosa etwa ist gegen seine alte Mannschaft besonders stark: In den letzten 9 Spielen gegen Rouen gewann er 4, verlor nur eines, mit einem ERA von 2,23, 36 Strikeouts in 36,1 innings und einem Batting Average von .232. Und die Bullpen-Stärke der Boucaniers ist eine ihrer größten Waffen dieser Saison: Hernoux ist zwar noch etwas unausgereift, aber er hat schon beeindruckende Auftritte hingelegt (darunter 3,2 innings ohne Punkt gegen Rouen im Hinspiel), und das Duo Paredes-Nieves bietet solide Garantien, um Spiele zu beenden.
Doch vor allem hat man seit zwei Jahren, besonders in dieser Saison, das Gefühl, dass La Rochelle einen Entwicklungssprung gemacht hat. Beim Challenge de France etwa scheiterten sie bisher in 7 von 8 Teilnahmen bereits im 1. Spiel – dieses Jahr erreichten sie das Finale. Und in der Meisterschaft waren sie außergewöhnlich konstant, was nicht immer der Fall war, und erlebten ihre bisher beste Saison. Die Offensive ist stark, die Top-6-Linie lässt den gegnerischen Pitchern kaum Atempause. La Rochelle *kann* und *muss* die Huskies unter Druck setzen, sie durcheinanderbringen, sie verunsichern. Sie stürzen? Nicht einfach – aber in dieser Saison und mit dieser Halbfinal-Konstellation haben die Boucaniers die Waffen dafür.

Das andere Halbfinale ist seltsamerweise eher ungewöhnlich: Seit dem historischen Finale 2003 und dem unglaublichen Comeback von Savigny haben sich die beiden Teams nicht mehr im Top 4 getroffen – bis zur Halbfinal-Niederlage von Savigny 2024 (3-1). Es gab zwar zwei Viertelfinal-Begegnungen 2015 und 2017, beide mit 2-0-Siegen der Barracudas. Montpellier ist ohnehin auf einer beeindruckenden Serie von 11 Halbfinals in Folge – doch nur drei davon endeten mit dem Titelgewinn.
Wie im anderen Halbfinale gibt es auch hier viele Unwägbarkeiten. Das letzte Saisonspiel darf man nicht überbewerten: Montpellier war nicht komplett, aber Savigny dominierte Delgado und zeigte, dass es eine extrem schwierige Aufgabe ist, sie auf *ihrem* Heimfeld in Chartres herauszufordern. Nur Rouen und Béziers schafften das bisher. Doch eines ist sicher: Es werden einige der besten Schläger des Turniers aufeinandertreffen – Brossier, Mendez, Farina und Nayral auf der einen, Acuna, die beiden Amoros und Nunez auf der anderen Seite. Funken werden überspringen.
Genau das wird vor allem von Pena abhängen, dem besten Pitcher der Saison. Gegen die Barracudas war er nicht in Topform: 4,25 ERA, 10 Hits und 11 Walks in 13 innings. Wenn die mächtige Offensive Montpelliers gegen den As der Löwen ähnliche Leistungen abruft, könnte das Halbfinale sehr offen werden. Und die Unsicherheit wird noch größer, falls es zum dritten Spiel kommt – denn weder Montpellier noch Savigny haben besonders tiefe Pitching-Rotationen.
Samstag, 12. September: Spiele um 16 Uhr
Sonntag, 13. September: Spiele um 11 Uhr und 14 Uhr, falls nötig
F. Colombier
1 Kommentar
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Pongo0017
Hall of Fame
Den 1 Kommentar ansehenLET’S GO BOUCANIERS !!!!
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