In den Triple-A-Spielen dieser Saison führt die Major League Baseball (MLB) ein tiefgreifendes Experiment durch – die Einführung eines automatisierten Schlagsystems (ABS), umgangssprachlich als „Roboter-Schiedsrichter“ bekannt.
Dieses innovative System nutzt ein Dutzend ultraschneller Kameras, um die Würfe zu verfolgen und das Ergebnis an einen Ohrhörer zu übertragen, den der Homeplate-Schiedsrichter trägt. Das Ergebnis ist ein Schiedsrichter-System, das eine Präzision von weniger als 2 mm verspricht und menschliche Fehler effektiv eliminiert.
Dennoch bleibt eine drängende Frage. Wäre ein von Robotern kontrolliertes Spiel besser für den Baseball?
Zwei Versionen der Zukunft
Aktuell werden zwei Varianten der Zukunft in der Triple-A dieser Saison getestet. Von Dienstag bis Donnerstag hat das ABS die volle Kontrolle und lässt keinen Spielraum für die Diskretion des Schiedsrichters. Allerdings werden an den Wochenenden die Bälle und Schläge von den Augen der Schiedsrichter beurteilt, aber die Spieler dürfen dreimal pro Spiel einen Aufruf anfechten.
Die Einführung dieser beiden Systeme bietet einen faszinierenden Einblick in die zukünftigen Prioritäten der MLB. Einerseits zielt das vollständige ABS-System auf absolute Perfektion bei den Schlagaufrufen ab und eliminiert den „menschlichen“ Faktor. Andererseits bietet das ABS-Herausforderungssystem einen Kompromiss und erkennt die Notwendigkeit an, gelegentliche grobe Fehler zu korrigieren, während die traditionelle Rolle des Schiedsrichters erhalten bleibt.
Wenn dieses System den Strikeout-Rate auf Niveaus zurückbringen kann, die mit denen von vor 30 oder 40 Jahren vergleichbar sind (13,5 % im Jahr 1983 vs. 22,7 % im Jahr 2023), wird es unbestritten sein. Mehr Spielbälle bedeuten mehr Action im Spiel.

Die Kunst des Spiels schützen
Obwohl das ABS-System den Reiz der technologischen Präzision bewahrt, behaupten viele Spieler und Fans, dass es auch eine entscheidende Komponente des Spiels bedroht – die Fähigkeit des Catchers, einen Wurf zu rahmen oder einen Ball außerhalb der Zone so geschickt zu präsentieren, dass er den Schiedsrichter dazu bringt, einen Strike zu rufen: das Framing.
Diese Fähigkeit nützt nicht nur den Teams mit geschickten Catchern, sie ist auch ein wesentlicher Bestandteil der Baseball-Tradition.
Evan Skoug, Catcher, sagte:
„Ich bin absolut gegen ABS, wenn ich fange, weil einige der besten Catcher … ihre Karriere defensiv gemacht haben. Man kann das Personal kontrollieren und ein paar Schläge stehlen.“
Das ABS-Herausforderungssystem versucht daher, einen Ausgleich zu finden. Es bewahrt das menschliche Element und die Fähigkeiten, während es eine technologische Absicherung bietet, wenn die Aufrufe sehr umstritten sind.
Herausforderungen und Theorie
Interessanterweise hat das ABS-Herausforderungssystem ein neues strategisches Element in das Spiel eingeführt. Die Spieler müssen selektiv sein, wann sie ihre begrenzten Herausforderungen einsetzen. Dieses Entscheidungselement wird immer wichtiger, je weiter das Spiel fortschreitet. Laut MLB sieht man im neunten Inning den höchsten Anteil an Herausforderungen, mit 4,9 % der Würfe, die angefochten werden.
Allerdings ist das ABS-Herausforderungssystem nicht ohne Mängel. Neben dem Risiko von schlecht eingesetzten Herausforderungen können einzigartige Positionen die Bestimmung der Zone erschweren und die Standorte werden nicht immer aufgezeichnet. Zudem gibt es Bedenken, dass die Spieler in Echtzeit Anweisungen aus der Kabine erhalten, wann sie herausfordern sollen, was der von der MLB propagierten Anti-Betrugs-Position widerspricht.
Zukünftige Überlegungen
Die Entscheidung der MLB, das ABS auf Major-League-Niveau umzusetzen, erfordert eine sorgfältige Prüfung und einen breiten Konsens. Die Liga muss die Schiedsrichter überzeugen – eine keine leichte Aufgabe, angesichts ihres Skeptizismus gegenüber dem System. Zudem sollte die Liga die Eigentümer davon überzeugen, dass es an der Zeit ist, eine so tiefgreifende Veränderung im Spiel umzusetzen.
In der Zwischenzeit geht das Experiment weiter. In den nächsten vier Monaten werden Hunderte von Tausenden von Würfen in der Triple-A geworfen. Daten werden gesammelt und die Stärken und Schwächen der beiden Systeme werden sich zeigen. Bei jedem Wurf, jedem Aufruf und jeder Herausforderung sammelt die MLB entscheidende Informationen, die die Zukunft des Spiels bestimmen werden.
Natürlich sind wir in Frankreich noch weit davon entfernt. Wir müssen zuerst das Video durchlaufen, dann die Zeitmessung und schließlich in 30 Jahren können wir darüber nachdenken, unsere französischen menschlichen Schiedsrichter zu ersetzen …
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