Die letzten Saisons haben die Templiers de Sénart nicht verschont. 2024 streifte der Verein knapp die Relegation mit einem beunruhigenden 7. Platz von 8 und 18 Niederlagen auf dem Konto. Ein Jahr später gab es eine leichte Verbesserung in der Tabelle — 6. Position — aber ohne echten Bruch in der Dynamik.
Die Winterpause 2024 hatte jedoch einen neuen Anflug von Ambitionen erkennen lassen. Profitierend vom Abstieg von Montigny sicherte sich Sénart drei Schlüsselspieler der Liga: den brasilianischen Catcher Gabriel Do Carmo, den Pitcher Yorfranck Lopez und den athletischen Dylan Mayeux. Auf dem Papier eine gewichtige Verstärkung. Auf dem Feld ein unvollendetes Versprechen. Ihre Saison endete vorzeitig, geprägt von Spannungen und disziplinarischen Strafen für unangemessene Äußerungen gegenüber den Schiedsrichtern.

In diesem instabilen Kontext sah sich der japanische Trainer Hiroki Ijima, der 2025 gerufen wurde, um eine neue Dynamik zu schaffen, schnell ohne zwei Schlüsselspieler seiner Batterie. Ein erheblicher Nachteil, der sich stark auf die Ergebnisse auswirkte.
2026 beginnt ein neues Kapitel — wieder einmal. Théo Brelle übernimmt das Kommando und markiert den dritten Trainerwechsel in ebenso vielen Saisons. Ein Zeichen chronischer Instabilität, während der Verein verzweifelt nach einer Richtung sucht. Aufgrund des Fehlens einer offiziellen Kommunikation bleiben seine Absichten vorerst unbekannt.
Auf der Bühne des Challenge de France ist die Bilanz ebenso hart. 2024 wurde Sénart im Halbfinale von Montpellier deutlich gestoppt. 2025 schafften es die Templiers nicht einmal aus der Gruppenphase heraus, erneut dominiert von den Héraultais. Eine anhaltende Glasdecke.
Und doch gebührt der Geschichte des Vereins Respekt. Vor elf Jahren französischer Meister, bleibt Sénart mit Montpellier einer der wenigen, die die Vorherrschaft von Rouen durchbrochen haben. Eine Erinnerung an die Leistung, die im Kontrast zu den aktuellen Schwierigkeiten steht.

Das Potenzial ist jedoch vorhanden. Der Verein spielt in einem der schönsten Ballparks des Hexagons, nun ausgestattet für Nachtspiele, ähnlich wie Chartres oder Toulouse. Auf dem Feld ist nicht alles schlecht: Die Verteidigung von Sénart gehört zu den solidesten der Liga, insbesondere in der Kunst des Double Plays — ein Bereich, in dem sie nur hinter Rouen liegt.
Doch die offensiven Zahlen erinnern an die Größe der Aufgabe: Mit einem Batting Average von .214 im Jahr 2025 und einer kollektiven ERA von über 5 fehlt dem Team deutlich an Impact. Die Verstärkung des Pitchers Anderson Vera, der von Montpellier kommt (ERA von 2,71), könnte jedoch Stabilität in den Bullpen bringen.

Bleibt die Ungewissheit über den Kader 2026. Zwischen Rückkehrgerüchten — wie dem von Ilya Sladzinski — und fehlender Transparenz über den Roster herrscht Verwirrung. In diesem Kontext muss die junge französische Generation Verantwortung übernehmen: Emile Brelle, Matteo Doyen, Thomas Gras, Lucas Landry oder auch Tanguy Meurant verkörpern diese Hoffnung auf Erneuerung.
Sénart bewegt sich also auf einer Gratwanderung. Zwischen Erbe, Unsicherheiten und dem Willen zum Comeback gehen die Templiers mit einer offenen Frage in das Jahr 2026: Werden sie die Seele und die Beständigkeit finden, die notwendig sind, um wieder eine starke Bastion des französischen Baseballs zu werden?
D.C.






