Die Geschichte des Baseballs in Frankreich ist leider voller verpasster Chancen. Eine weitere ist hinzugekommen: Kein MLB-Spiel in Paris 2025. Abseits der konkreten Gründe für dieses erneute Scheitern fragen wir uns, warum einer der weltweit beliebtesten Sportarten es nicht schafft, im Land der kulturellen Ausnahme und der Laizität Fuß zu fassen.
Das Stade de France ist nicht in der Lage, ein Event wie eine MLB-Show mit zwei ausgelagerten Spielen zu beherbergen. Eigentümerwechsel, die Unterlagen sind in Bearbeitung, es ist vom PSG oder der Groupe Vinci die Rede, vielleicht sogar von einem dritten Interessenten. Egal, wer es ist, der alte Besitzer plant nicht mehr mit, und der neue ist noch unbekannt. Kein Wunder, dass die großartigen Pläne für 2024 oder 2025 Schwierigkeiten haben, diesen schönen Stadion für ihre Veranstaltung zu nutzen. Die amerikanische Presse behauptet, die MLB (die das nicht bestätigt hat) führt ein Problem mit dem Veranstalter und der finanziellen Tragfähigkeit an – das ist politisch korrekt. Also werden die Mets und die Phillies 2024 nach London gehen, und die Yankees und die Dodgers, die sich für Paris 2025 gemeldet hatten, werden wohl woanders in Europa oder in Seoul spielen.

Auch die Olympischen Spiele in Paris waren eine verpasste Chance. Zwischen Japan 2021 und den USA 2028 hat Frankreich die Gelegenheit verpasst, diesen Sport zu fördern, der unschätzbares Licht gebracht hätte. Wir werden auch bei den Veranstaltungen zum 100-jährigen Jubiläum des französischen Baseballverbands 2024 sehen, dass andere Events für Frankreich geplant waren, aber nicht stattfinden konnten. Es ist klar, dass die Vorherrschaft bestimmter Sportarten in Frankreich (die Ballsportarten, bei denen der Ball von einer Seite zur anderen fliegt: Fußball, Rugby, Handball, Volleyball…) die Entwicklung eines anderen Sports erschwert.
Man spricht auch von einer kulturellen Ablehnung. Obwohl die Regeln des Baseballs weniger komplex sind als die des Rugby, glaubt man weiterhin, sie seien für die französische Kultur unverständlich. Hören wir uns zum Beispiel einen unserer bekanntesten französischen Regisseure an: Alexandre Astier, der in seinem letzten Film „Kaamelott“ über die Regeln des Spiels „Robobrolle“ spricht: ‚Es ist wie beim Baseball, die Regeln sind unbegreiflich.‘ Da haben wir’s… Nicht falsch, könnten wir ihm antworten, denn wir, die Baseball-Begeisterten in Frankreich, haben es satt!
Aber verzweifeln wir nicht: Frankreich glänzt mit seiner weltweiten Spitzenposition im Baseball5. Immer mehr junge Sportler schaffen es jedes Jahr im Ausland. Wir sind noch nicht beim Basketball mit einem Parker oder Wembanyama, aber die Planeten beginnen langsam, sich in diese Richtung auszurichten!




