Angesichts der Arbitrage-Krise in Frankreich hat die Nationale Schiedsrichterkommission des Französischen Baseballverbands unter der Leitung von Ludovic Mellier einen starken Schritt gewagt: ein komplett überarbeitetes, zweimonatliches Magazin « Coté Marbre », das ebenso dynamisch wie informativ ist. Schluss mit der einfachen Gestaltung, jetzt geht es um eine echte Bestandsaufnahme des französischen Schiedsrichterkorps, angereichert mit Grafiken, Karten und inspirierenden Porträts.

Schon auf den ersten Seiten wird die Lage klar und ohne Umschweife dargestellt: « Berufungsmangel », « Realitäten des Spielfelds ». Der Schiedsrichterbereich leidet unter einem akuten Mangel an neuen Rekruten. Ein Problem, das mehrere Faktoren hat: den allgemeinen Rückgang des Ehrenamts, die Schwierigkeiten der Vereine und Ligen, Schulungen zu organisieren, Prüfungen, die als zu schwierig empfunden werden, und eine immer heftigere Infragestellung der Schiedsrichterentscheidungen, sogar auf höchstem Niveau.
Doch anstatt zu klagen, hat der Verband beschlossen, aktiv zu werden. Dieses digitale Magazin soll das Interesse wecken, den Zugang zu Informationen erleichtern und vor allem Lust machen, den Beruf des Schiedsrichters zu ergreifen. Denn die Zahlen sind besorgniserregend: Mit kaum einem Tausend aktiven Schiedsrichtern bleibt die Doppelbesetzung in viel zu vielen Begegnungen ein Luxus. Eine Kartographie der Situation zeigt regionale Unterschiede und eine eher ausgewogene Verteilung zwischen Baseball und Softball, die mit der Demografie der Lizenzen übereinstimmt.

Porträts, die inspirieren, junge Leute, die sich engagieren
Im Laufe der Seiten illustrieren zwei Porträts von Schiedsrichtern, Stéphan(e) Girault und Laroque, perfekt, was diese oft undankbare, aber faszinierende Mission bieten kann. Ja, Schiedsrichter zu sein, bedeutet, sich Kritik, Wut und unvermeidlichen Fehlern zu stellen. Aber es bedeutet auch, emotionale Momente zu erleben, im Herzen des Spiels zu sein und den Baseball aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Ein Fokus auf die Region Normandie gibt übrigens den jungen Schiedsrichtern in Ausbildung das Wort. Ihre Worte sind aufschlussreich: « faszinierend », « langweilig », « nützlich, um besser zu spielen ». Ein Beweis dafür, dass die Nachfolge da ist, vorausgesetzt, man gibt ihr die Mittel und den Willen, sich einzubringen.

Ausbilden, strukturieren, weitergeben: die Herausforderung der Regionen
Für Ludovic Mellier und sein Team liegt der Schlüssel zur Erneuerung in einem stärkeren Engagement der Regionen. Regelmäßige und zugängliche Schulungen sind das Herzstück des Ganzen, und dieses Magazin will ein wesentlicher Vermittler werden. Tutorials, Erklärungen der Regeln, interaktive Spiele… alles ist darauf ausgelegt, einen sowohl technischen als auch ansprechenden Inhalt zu bieten.
Das Ziel ist klar: den Schiedsrichterberuf zu einer echten Wahl zu machen, nicht mehr erzwungen, sondern gewünscht. Ein erster gut platzierter Ball in der Wiederbelebung der Schiedsrichterberufung in Frankreich. Jetzt muss der Versuch auf dem Spielfeld nur noch verwandelt werden!
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